Deutsche sind schon lustig. So irgendwie. Manchmal sind sie sogar so lustig, dass ich ihnen so lange in die Fresse schlagen will, bis ihr Gehirn durch ein großes Loch in der frakturierten Schädelrückwand auf den Boden platscht.
Es war Ende September nach einem Termin in Bonn, schätzungsweise irgendwann kurz nach 20 Uhr. Ich war auf dem Weg nach Hause und stieg in den nächsten brauchbaren Zug Richtung Bochum, in diesem Fall einen IC/EC.
Ich setzte mich, mit der Wand zum Durchgang in den nächsten Wagon im Rücken, in die erste Reihe, und konnte den Mittelgang und das ganze Großraumabteil gut überblicken.
Der perfekte Platz für das sich bald mir darbietende Schauspiel.
Vermutlich in Köln stieg ein Fahrgast zu, ging zu seinem Platz und sprach die dort sitzende Person an, dass er ja den Platz reserviert hätte, und dies somit sein Platz sei. Der Vertriebene ersten Grades räumte ohne zu murren seinen Platz, und sprach wiederum, in etwa anderhalb Metern Entfernung vom bisherigen Geschehen, den nächsten Fahrgast an, aus eben demselben Grund.
Auch dieser Vertriebene zweiten Grades räumte seinen Platz und sprach - ich konnte mein Gelächter nur mit Mühe auf einem erträglichen Niveau halten - in unmittelbarer Nähe den nächsten Fahrgast mit dem Hinweis auf seine Sitzplatzreservierung an.
Somit stand am Ende dieser unterhaltsam-fatalen Ereigniskette ein Vertriebener dritten Grades, der sich schliesslich auf einen freien Platz in der Nähe setzte. Interessant zu wissen fände ich an dieser Stelle, ob er dies unter der Verwendung seines gesunden Menschenverstandes tat, oder aber mit einer Sitzplatzreservierung in der Hinterhand.
Als ich einige Minuten später meine Gesichtsmimik wieder halbwegs unter Kontrolle hatte, ging ich auf dem Weg zur Toilette den Mittelgang des Abteils hinunter. Ich tat dies vermutlich, trotz aller Bemühungen, noch immer sichtlich amüsiert, denn zumindest die Fahrgäste aus meiner mittelbaren Umgebung, die mein Lachen mitbekommen hatten, schauten mich etwas irritiert an.
Nach der Rückkehr an meinen Platz war ich um die Erkenntnis reicher, dass es sich bei dem Irrenhaus, in dem ich mich offensichtlich befand, tatsächlich um ein mit 16 oder 17 Fahrgästen besetztes Großraumabteil in einem InterCity handelte.
In diesem Großraumabteil gab es 79 Sitzplätze.
Comments
hehe zu genial, ..
lg, chee